Allgemeine Informationen

Die insgesamt 2779,8 km lange Donau wird am südöstlichen Ortsrand von Donaueschingen aus den Quellflüssen Brigach und Breg gebildet. In Donaueschingen findet sich auch eine gefasste Quelle, die als "Donauquelle" bezeichnet wird. Offensichtlich kann es sich hierbei jedoch nicht wirklich um die Quelle der Donau handeln. Die Breg, der längere der beiden Quellflüsse entspringt in der Nähe von Furtwangen im Schwarzwald. Die Quelle der Breg hat sicher schon etwas mehr Anspruch darauf, als eigentliche Quelle der Donau bezeichnet zu werden. Die Breg ist laut DKV-Kanuführer ab Wolterdingen ganzjährig befahrbar, die Brigach ist nur im Frühjahr und nach Regenfällen befahrbar.

Die Obere Donau ist in ihrem landschaftlich schönsten Abschnitt von km 2734,4 bis km 2716,4 ganzjährig gesperrt (Mühlheim bis Beuron). Von km 2715,55 (Beuron) bis km 2662,2 (Hundersingen) ist sie  nur mit einem schriftlichen Befahrungsschein, der gegen eine Gebühr von 3 Euro pro Boot und Tag ausgestellt wird, zu befahren. Näheres, auch zu weiteren Befahrungsregeln, siehe unter: Naturpark Obere Donau - Bootregeln. Darüber hinaus ist in diesem Bereich eine Befahrung nur bei einem Mindestpegel von 50 cm (je nach Abschnitt Pegel Beuron: Tel. 07466 19700 oder Pegel Sigmaringen: Tel. 07571 19700) erlaubt. Auskunft über die Pegel erhält man auch unter: Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg. Im Jahr 2010 war es leider erst ab Hausen im Tal gestattet, diesen Abschnitt zu befahren. In diesem Bereich ist das Ein- und Aussteigen sowie Rasten auch nur an entsprechend gekennzeichneten Stellen erlaubt. Von km 2650,6 bis km 2639,7 (Riedlingen bis Zweifaltendorf) ist die Donau vom 01.04. bis 31.08. an Wochenenden und Feiertagen gesperrt. Schließlich sind noch weitere Uferbetretungsverbote zu beachten. Für die aktuellen Regelungen siehe auch: Deutscher Kanuverband - Befahrungsregelungen. Neben den vom Mensch durch Sperrungen verursachten Unterbrechungen einer vollständigen Befahrung der Donau und den zahlreichen Wasserableitungen und Wehren, gibt es  noch eine natürliche Unterbrechung, die Donauversickerung. In einem Bereich von mehreren Kilometern versickert die Donau bei normalem Pegel in ihrem Bett, so dass dieser Bereich nur bei Hochwasser befahren werden kann. Das Wasser kommt in der größten Quelle Europas, der Aachquelle wieder ans Tageslicht und fließt dann über den Rhein in die Nordsee und nicht ins Schwarze Meer, wie das restliche Wasser der Donau.


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Meine Etappeneinteilung:

Donaueschingen - Donauversickerung nach Immendingen (bei Fußgängerbrücke, ca. km 2754): 26 km

Hausen im Tal, Nepomukbrücke - Sigmaringen, Campingplatz: 20,5 km

Sigmaringen, Campingplatz - Binzwangen, Sportheim: 25,5 km

Binzwangen, Sportheim - Munderkingen, 2. Straßenbrücke: 36 km

Literatur

Sehr empfehlenswert ist der Kanuführer des Deutschen Kanuverbandes:

Otto Kaufhold; DKV-Auslandsführer Band 9, Die Donau und Nebenflüsse; 1 Auflage; 2005; Duisburg: DKV-Wirtschafts und Verlags GmbH.

Siehe: Kanu-Verlag

Im folgenden beziehe ich mich häufig auf diesen Führer.

Fahrtenbericht

Erste Etappe

(Pegel  Beuron: 52cm)

Der Führer lässt einem die Wahl, ob man am Sportplatz von Donaueschingen in die Brigach oder die Breg einsetzt. Ich hatte mich für die Breg entschieden, da mir die Einstiegsstelle an der Brücke etwas günstiger erschien. Allerdings ist die Breg auf ihren letzte Metern kanalisiert und heute (Pegel Beuron: 52 cm) leider auch sehr seicht, so dass ich gelegentlich treideln muss. Wie man an den jungen Damen auf dem Bild sieht, wäre die Brigach allerdings auch keine bessere Alternative gewesen. Das Bild zeigt den Zusammenfluss von Breg und Brigach. Die Breg kommt von links. Die Brigach ist nicht nur ebenfalls sehr seicht, sondern auch stark verkrautet. Ein Problem, das mein Vorankommen an diesem und den folgenden Tagen auf der Donau noch mehrfach behindern wird.

Am Zusammenfluss von Brigach und Breg

Auf der Donau zwischen Donaueschingen und Immendingen

Die Donau fließt zunächst durch ein sehr weites Tal mit Aulandcharakter. Landschaftlich ist die Fahrt daher eher monoton. Dazu kommt die unangenehm starke Verkrautung.

Blüten der die Donau stark bevölkernden Wasserpflanzen

Auf dem Abschnitt zwischen Donaueschingen und der Fußgängerbrücke unterhalb von Immendingen gibt es insgesamt sechs Wehre, darunter zwei Messwehre. Das Umtragen des ersten Messwehres bei km 2760,5 ist weniger schwierig, als es nach dem DKV-Kanuführer zu vermuten war, bei diesem niedrigen Wasserstand ist es aber durchaus auch fahrbar. Allerdings waren die anderen Wehre bei km 2772,7 (Neudingen) und das darauf folgende Wehr nicht fahrbar. Das Überheben bzw. Umtragen gestaltete sich auch recht mühsam. Es ist jedenfalls immer ratsam, den Angaben im Kanuführer nicht blind zu vertrauen, sondern sich die Wehre erst einmal anzusehen. Zu stark ändern sich die Verhältnisse mit dem Wasserstand, aber auch im Laufe der Jahre.

Das Messwehr bei km 2760,5
Ist das ein Wehr oder nicht doch einfach das Ufer? Doch, es ist ein Wehr, fahrbar ist es aber sicher nicht!

Die Nepomukbrücke bei Hausen im Tal. Oberhalb der Brücke ist eine der 'genehmigten' Einstiegsstellen

Zweite Etappe

(Pegel Beuron 52 cm)

Gestern hatten sowohl die Anreise, als auch das Umsetzen des Autos und die eigentliche Bootsfahrt deutlich mehr Zeit benötigt, als mir lieb war. Daher musste ich gestern darauf verzichten, die 15km zwischen Möhringen nach der Donauversickerung und dem ganzjährig gesperrten Abschnitt bei Mühlheim noch zu befahren. Für heute hatte ich jedoch bereits meinen Befahrungsschein für den Abschnitt von Hausen im Tal bis Sigmaringen beantragt. Nach einer angenehmen Übernachtung auf dem schönen Campingplatz in Hausen im Tal starte ich nun an der Nepomukbrücke.

Der Abschnitt von Hausen im Tal bis Sigmaringen ist landschaftlich wirklich großartig und die Felsen, wie hier der Schaufelsen, sind "eine Schau". Allerdings bin ich hier, im Gegensatz zur Etappe gestern, auch nicht alleine unterwegs. Zahlreiche Jugendliche bevölkern mit Leihbooten die Donau. Viele davon leider des Fahrens nicht wirklich mächtig, dafür aber mit um so lauteren Stimmen ausgestattet, die beim Rammen der Ufer auch ordentlich eingesetzt werden.

Eine große Menge Leihcanadier an der Einsetztstelle bei Hausen im Tal
Der Schaufelsen

Im Unterwasser des Wehres Neumühle

Der vorgeschriebene Mindestpegel von 50cm (Pegel Beuron) für diesen Abschnitt ist wirklich sinnvoll! Ich war bei einem Pegel von 52cm unterwegs. Hier unterhalb des Wehres Neumühle war einiges an Treideln angesagt. Auch an anderen Stellen musste man sehr darauf achten, nicht auf Grund zu laufen und trotz meines wendigen Bootes und einiger Umsicht, hatte ich mehr als eine Grundberührung. Das ist also nichts für empfindliche GFK- oder gar Carbon-Boote! Bis Sigmaringen sind noch drei weitere Wehre zu überwinden, die jedoch leicht zu umtragen sind (Gutenstein, Dietfurt), mit Kunststoffbooten sogar befahren werden können (Gutenstein) oder eine Bootsgasse aufweisen (Sigmaringen-Laiz).

Nach der wunderschönen Bootstour hatte ich noch genug Zeit, mir Sigmaringen anzusehen, bis mein Zug nach Beuron abfuhr. Das Fahrrad stand am Bahnhof in Beuron. Heute morgen musste ich zum Bahnhof in Beuron, um meine bestellten Befahrungsscheine abzuholen. Diese gibt es für Mitglieder des DKV im "Haus der Natur", das im Bahnhofsgebäude untergebracht ist. Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist das Hohenzollernschloss in Sigmaringen. Wie ich abends in der Gaststätte im Gespräch mit Einheimischen erfahre, ist das Land Baden-Württemberg ja aus drei Landesteilen zusammengesetzt. Aus Baden, Württemberg (wie der Name schon sagt) und dem Hohenzollern-Land. Der Campingplatz in Sigmaringen ist deutlich größer und hektischer als der in Hausen im Tal. Ich bleibe auf der kleinen Zeltwiese am Eingang, um mein Boot nicht so weit tragen zu müssen. Der Campingplatz ist Basis für ein kommerzielles Unternehmen mit erlebnispädagogischen Angeboten, entsprechend viele Jugendliche und extrem viele Leihboote sind dort zu finden. Campingplatz Sigmaringen

Das Hohenzollernschloss in Sigmaringen

Auf dem Donauradweg zwischen Beuron und Hausen im Tal

Auf der Rückfahrt mit dem Fahrrad auf dem Donauradweg von Beuron zu meinem Auto an der Einstiegsstelle in Hausen im Tal sehe ich die landschaftlichen Schönheiten, die einem auch bei einer Bootstour in diesem Abschnitt begegnen würden. Schade, dass dieser Abschnitt zur Zeit nicht befahren werden darf. Noch viel trauriger ist es, dass der landschaftlich extrem schöne Abschnitt zwischen Mühlheim und Beuron wohl für immer für eine ruhige Bootstour verloren ist. Ich frage mich, was dagegen spricht, dass in diesem Abschnitt wenigstens Kleingruppen oder Besitzer eigener Boote fahren dürfen. Bisher bin ich noch keinen schreienden oder gröhlenden Kleingruppen begegnet. Lärm geht normal nur von einer großen Gruppe Jugendlicher oder Erwachsener aus. Kleine Gruppen verhalten sich nach meiner Erfahrung ruhig. Bei entsprechendem Wasserstand und einer gewissen Achtsamkeit hinterlassen Bootfahrer schließlich auch keine Spuren. Es bleibt auch zu fragen, ob nicht wir Menschen uns mehr von anderen Besuchern gestört fühlen, als es "die Natur" tut. Immer wieder finde ich es erstaunlich, wie unbeeindruckt durch meine Anwesenheit sich Tiere zeigen.

Dritte Etappe

(Pegel Sigmaringen: 69 cm)

Das Wehr von Sigmaringen, unterhalb des Schlosses, wird schon bald nach dem Aufbruch am Campingplatz erreicht. Kurz nach dem Wehr treffe ich die einzigen anderen Paddler, denen ich an diesem Tag begegne, einer kleinen Gruppe Kajakfahrer. Landschaftlich ist dieser Abschnitt deutlich weniger interessant als gestern, aber immerhin nicht mehr ganz so stark verkrautet, wie die erste Etappe unterhalb von Donaueschingen. Bei km 2676,6 wartet eine Sohlschwelle mit Kanurinne auf. Das Umtragen der Wehre ist hier kniffliger, nachdem die gewohnten Hinweisschilder fehlen. Am ersten Wehr in Scheer sollte man am linken Ufer, noch vor dem Wehr anlanden. Dort finden sich entsprechende Spuren. Das Überheben des Wehres artet aufgrund des starken Bewuchses im Sommer in einen "Buschkrieg" aus. Fahrbar, wie im Führer angekündigt, scheint mir das Wehr jedenfalls nicht. Das zweite Wehr in Scheer ist dagegen zu überheben, auch wenn das mühsam ist und gutes Schuhwerk erfordert.

Die Sohlschwelle bei km 2676,6
Das Hohenzollernschloss in Sigmaringen über der Donau

Felsstufe im alten Flussbett nach dem Wehr Jakobstal

Am Wehr Jakobstal wird praktisch das gesamte Wasser in einen längeren Kanal abgeleitet. Der Kanuführer empfiehlt, falls die Durchfahrtshöhe ausreicht, unter dem Schott hindurch in den Kanal einzufahren. Ein Schild am Schott weist die Durchfahrt auch "auf eigene Gefahr" aus. Allerdings ist mir die Durchfahrtshöhe erstens zu gering und zweitens sind Werkkanäle meist alles andere als interessant sowie aus gutem Grund zur Sicherheit gesperrt, das Schott ist auch kaum zu umtragen. Daher umtrage ich das Wehr auf der rechten Seite in das alte Flussbett. Dies hat abenteuerliche 1,5 Flusskilometer zur Folge. Teils muss getreidelt werden, teils kann man über stehende Tümpel fahren. Es sind auch einige Felsstufen und Felsriegel zu überheben. Bei Hochwasser wird dieser Abschnitt sicher sehr spannend.

Interessant aber mühsam ist der Weg durch das alte Flussbett. Hier der größte der zu überhebenden Felsriegel.

Felsriegel zwischen dem Wehr Jakobstal und Blochingen im alten Flussbett

Steinwurfwehr bei km 2666,5

1. Hundersinger Sohlrampe

2. Hundersinger Sohlrampe

Bis Binzwangen folgen neben verschiedenen mehr oder weniger kleinen aber gut fahrbaren Schwällen noch insgesamt vier große Sohlschwellen, die überwunden werden müssen. Diese größeren Sohlschwellen sollten auf jeden Fall vor einer Befahrung angesehen werden. Der Binzwanger Schwall kommt entgegen den Angaben im Kanuführer noch vor dem Sportheim, allerdings wurde hier auch erst kürzlich gebaut. Für viel Geld wurde hier nicht nur der Schwall umgebaut, sondern auch eine künstliche Flusschleife angelegt. Also eine "Flussverkrümmung" statt Flussbegradigung. Das bisherige Flussbett soll nun zugeschüttet werden. Wie mir ein Bewohner des Ortes an der Ausstiegsstelle erzählt, wurde diese lobenswerte Maßnahme des Hochwasserschutzes vor kurzem von der Landespolitik vor Ort gefeiert. Dabei ging es jedoch nicht ohne gewisse Seltsamkeiten aus, die der offene Binzwänger mit deutlichen Worten kritisiert. So berichtet er, dass die Politiker publikumswirksam mit Elektroautos in Binzwangen vorgefahren sind. Allerdings blieb es der Bevölkerung nicht verborgen, dass die Politiker nicht den gesamten Weg von Stuttgart bis nach Binzwangen mit Elektroautos zurückgelegt hatten, sondern die Autos mit LKWs in die Nähe von Binzwangen gebracht wurden. 

Am Sportheim in Binzwangen, an der Brücke nach dem Binzwanger Schwall, besteht die Möglichkeit zu zelten: Tel.  07371 961425. Die aus Belgrad stammenden Wirtsleute sind sehr freundlich und das Essen hervorragend.

Die Baustelle an der Ausstiegsstelle vor dem Schwall bei Binzwangen

Vierte Etappe

(Pegel Hundersingen: 65 cm)

Der Fluss ist zwischen Binzwangen und Riedlingen zwar noch mit einigen mehr oder weniger kleinen, gut fahrbaren Schwällen gespickt, ansonsten aber eher langweilig. Der Fluss verläuft über einige Kilometer schnurgerade zwischen Hochwasserdämmen dahin. Die gute Strömung sorgt jedoch dafür, dass ich bis Riedlingen nur eine gute dreiviertel Stunde brauche. Das Umtragen des Wehres bei Riedlingen gestaltet sich dann erfreulich einfach. Am rechten Ende des Wehres befindet sich eine kurze und gut eingerichtete Umtragestelle. Das im Führer beschriebene umständliche Umtragen ist zumindest bei einem Pegel Hundersingen von 65 cm nicht nötig. Der Kanal in den umtragen werden soll ist im übrigen ganzjährig gesperrt, es laufen dort zur Zeit ebenfalls Renaturierungsmaßnahmen. Die Umtragestelle am Wehr in Riedlingen

Das Wehr bei Riedlingen

Der Hochwartfelsen bei Rechtenstein

Ab Riedlingen ist die Tour landschaftlich wieder wesentlich reizvoller als gestern. So rücken nicht nur bewaldete Hänge an den Fluss heran, sondern es gibt auch wieder einige Felsen zu sehen, wie hier den Hochwartfelsen. Allerdings ist nun das Wetter sehr verbesserungsfähig. Es beginnt immer stärker zu regnen.

Nicht nur landschaftlich ist dieser Abschnitt nunmehr ansprechend, vom Wasser aus sind einige hübsche Orte zu sehen, wie Rechtenstein und Obermarchtal. Die noch zu umtragenden drei Wehre (Rechtenstein, Obermarchtal und Munderkingen) stellen kein Problem dar. Ein- und Ausstieg sind gut ausgeschildert.

Obermarchtal

Munderkingen mit der 1. Donaubrücke

Ich steige in Munderkingen an der offiziellen Ausstiegsstelle am rechten Ufer, 250 m nach der zweiten Donaubrücke aus und schleppe mein Boot noch bis zu dem ca. 300 m von der Ausstiegsstelle entfernten, sehr einfachen Campingplatz (Anmeldung: 0160 8709619). Nach einer Besichtigung entschließe ich mich auch aufgrund des Wetters und der Tatsache, dass ich der einzige Gast wäre, doch dafür lieber im Gasthof Rose zu übernachten. Dieser liegt am linken Donauufer, direkt an der ersten Munderkinger Donaubrücke. Dort hatte ich auch bereits heute morgen mein Auto abgestellt. Die Wirtin ist sehr freundlich und es gibt auch eine Fahrrad- und Bootgarage. Gasthof Rose in Munderkingen

Ruhetag mit Besuch von Ulm

Die nächste geplante Etappe von Munderkingen nach Ulm spare ich mir bei dem schlechten Wetter heute. Wie man aus Karte und Führer sehen kann, wäre diese Etappe eher weniger interessant. Nach Ehingen ist der Fluss wieder stark begradigt und führt durch Aulandschaft. Morgens fahre ich mit dem Zug von Munderkingen (der Gasthof Rose liegt nahe des Bahnhofs) nach Ulm, um mir die schöne Stadt anzusehen und schon einmal das Gelände der Ulmer Kanufahrer zu suchen, die in Ulm mein genaues Ziel mit dem Boot waren. Das Gelände liegt am rechten Ufer (Neu-Ulmer Seite), kurz nach der viergleisigen Eisenbahnbrücke, die Bayern mit Württemberg verbindet. Von dort sind es zu Fuß nur ca. 10 min bis zum Hauptbahnhof. Auf der Etappe Munderkingen-Ulm kann das Auto auch bestens mit Hilfe der Bahn umgesetzt werden. An der Brücke wird mir ein Problem bewusst: Die Iller hat nach den starken Regenfällen von gestern Hochwasser und der Donaupegel Neu-Ulm ist von 1,5 m auf 3 m gestiegen. Für den nächsten Tag meldet der Hochwassernachrichtendienst Bayern einen weiteren Anstieg des Pegels. Bei diesen Verhältnissen ist die Fahrt nicht mehr ganz ungefährlich. Die Donau hat hier nun eine sehr starke Strömung und an der Eisenbahnbrücke haben sich an den Pfeilern Walzen und Wirbel gebildet.

Die Ulmer Eisenbahnbrücke mit dem Münster von einem Steg donauaufwärts

Strömung an den Brückenpfeilern der Ulmer Eisenbahnbrücke über die Donau

Strömung an den Brückenpfeilern der Ulmer Eisenbahnbrücke über die Donau

Der Blautopf, die Quelle der Blau in Blaubeuren

Epilog auf der Blau

(Pegel Blaubeuren-US: 130 cm)

Statt noch die letzte meiner geplanten Etappen auf der Donau nach Ulm zu fahren, habe ich mich dafür entschieden, an die nahe Blau zu wechseln. Als linker Nebenfluss mündet die Blau nach nur 21 km bei Ulm in die Donau. Die Blau ist schon 500m nach ihrer Quelle ganzjährig befahrbar und auch nur deshalb erst so spät, weil die ersten 500m mit drei Wehren und Mühlen verbaut sind... Quelle der Blau ist der Blautopf, eine große Karstquelle mit guter Schüttung. Der Ort Blaubeuren mit seinem Kloster ist sehr sehenswert. Die Einstiegsstelle liegt beim Parkplatz an der Sporthalle am rechten Ufer.

Unterwegs auf der Blau

Die Blau ist ein landschaftlich sehr schöner, gemütlicher Wanderfluss. Das Tal wird von steilen Hängen begrenzt, die oft nahe an den Fluss treten und einige Felsen zeigen. Das Wasser ist sehr klar, aufgrund des Ursprungs als Karstquelle und sehr kalt. Leider ist die Fahrt nur kurz. Sie ist bereits nach 12,5 km am Steg beim Bahnhof Herrlingen zu Ende. Der Kanuführer empfiehlt die Fahrt hier zu beenden, weil eine Befahrung auf den restlichen acht Kilometern bis zur Donau aufgrund von Wasserableitungen und Überbauungen kaum möglich ist. Von Herrlingen kann man leicht mit dem Zug zurück nach Blaubeuren, um das Auto nachzuholen.

Auf der Blau gibt es insgesamt drei Wehre zu umtragen. Das dritte der Wehre bei km 11,0 ist etwas heikel und die Beschreibung im Führer leider vage. Da ich am linken Ufer vor dem Wehr Spuren sehe, lande ich dort an. Allerdings ist diese Seite stark mit Brennnesseln und Weiden bewachsen und daher nicht zum Umtragen zu empfehlen. Sowohl vom Ufer als auch vom Wasser aus sind die andere Seite und das Wehr aufgrund des Bewuchses und einer Flusskrümmung nur schwer einzusehen. Aus dem Unterwasser wird dann klar, dass das Wehr rechts zu umtragen ist. Dort befindet sich ein Fischaufstieg und man kann, zumindest bei diesem Pegel (!), ohne Gefahr nahe an das Wehr heranfahren, um auszusteigen.

Hier lässt sich gut anlanden und das Wehr umtragen
Das Wehr an der Blau bei km 11,0

Die Blau in Ulm

Leider habe ich auch auf der Blau Ulm nicht mit dem Boot erreicht. An meinem Ruhetag konnte ich mir ein Stück der Blau in Ulm ansehen. Vom Ufer aus sieht es zwar sehr idyllisch aus, fahrbar ist dieser Abschnitt jedoch leider ganz sicher nicht.

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